Liebe Missions- und Gebetspartner, liebe Freunde

SERBIEN: Jahresbericht von Miki Kamberovic,
„OASE“ Roma-Zentrum in Jagodina

Das vergangene Jahr 2020 war nicht nur für uns als Gemeindeleitung, sondern auch für die notbedürftigen Roma-Familien, denen wir in abgelegenen Dörfern dienten, eine enorme Herausforderung. Im Rückblick dürfen wir jedoch sagen, dass wir für viel mehr positive Dinge dankbar waren als für die Schwierigkeiten, über die wir uns hätten beschweren können.

COVID19-Pandemie unter den Roma

Die Corona-Pandemie betraf die ganze Welt, insbesondere aber die Zielgruppe der Menschen, die am verwundbarsten sind: die Armen, Notbedürftigen, Vernachlässigten und Ausgestoßenen. Die meisten Roma-Familien hier in Serbien leben in einer diskriminierenden und sehr benachteiligten Alltagssituation. Vor allem auch wenn es um die staatliche Unterstützung und Schutzmaßnahmen während der Corona-Pandemie geht. Viele Roma sind auf sich selbst gestellt und ohne jegliche Unterstützung. Die meisten Familien sind arbeitslos und stehen hoffnungslos am Abgrund ihrer Existenz. Viele Kinder und Alte haben Hunger!

Es gibt zurzeit keine Arbeit für die Roma! Selbst die kleinsten Jobs wie das Sammeln von Plastik, Altmetall, Karton und Papier sowie die Arbeit als Tagelöhner auf den Feldern von serbischen Bauern oder das Verkaufen auf den Wochenmärkten wurden aufgrund der Ausgangssperren und Lockdowns eingestellt. Das bedeutet kein Einkommen, Hunger und enorme Armut sowie Hoffnungslosigkeit, Depressionen und keine Zukunftsperspektive.

Deshalb sind wir sehr dankbar für alle unsere Partner, Freunde, christlichen Brüder und Schwestern aus anderen Nationen, die uns im Gebet und finanziell unterstützen und mittragen. Bis heute konnten wir Dank eurer finanziellen Hilfe Hunderte von Roma-Familien mit Grundnahrungsmittel, Medikamenten, Hygieneartikel und Schutzmasken versorgen. Bei der Hilfsgüterverteilung in den Häusern öffnen sich uns immer wieder die Herzenstüren der Menschen für das Evangelium. Unzählige Roma-Familien sowie Moslems fanden dadurch zum lebendigen Glauben an Jesus Christus. Dank sei Gott für diese große Ernte!

Schaffung von Arbeitsplätzen „Hilfe zur Selbsthilfe-Projekte“
mit Ein Herz für Nationen

Nähprojekt für die Roma-Frauen

Holzsäge- und Spaltmaschine

Gemeinsam mit den Leitern Max und Barbara Gloor von Ein Herz für Nationen und euch als Missions- und Gebetspartnern konnten wir im Jahr 2020 zwei großartige Projekte realisieren und für viele Roma-Familien die dringend benötigten Arbeitsplätze schaffen:

1. Die meisten Menschen in Serbien und auch die Roma-Familien brauchen im Durchschnitt 10m3 Brennholz, um im Winter ihre Häuser und Hütten zu heizen und um zu kochen. Zu dem Zweck konnten wir dank euren Spenden die erste mobile Holzsäge- und Spaltmaschine kaufen. Durch den Service von Haus zu Haus, und mit dem Sägen und Spalten von Brennholz konnten wir für einige Roma-Familien Arbeitsplätze und Einkommen schaffen. Herzlichen Dank!

2. Nähprojekt für Roma-Frauen. Fünf Frauen aus unserer Gemeinde haben unter der Leitung von Barbara Gloor von Ein Herz für Nationen, einen Nähgrundkurs absolviert. Während der Corona-Pandemie nähten sie über 1000 Gesichtsmasken aus Stoff, die wir kostenlos an die Roma-Schulkinder verteilten, da die meisten Familien kein Geld haben um Schutzmaske zu kaufen und die Kinder vom Schulunterricht ausgeschlossen wurden.

Die „Hilfe zur Selbsthilfe-Projekte“ sind für die Roma-Bevölkerung dringend notwendig, damit sie finanziell unabhängig werden und ihren Lebensunterhalt selbst verdienen können. Solche Arbeit wertet die Menschen auf. Danke, dass ihr das finanziell ermöglicht habt.

Ganztags Roma-Kindergarten

Ganztags Roma-Kindergarten „Oase“

Von Jugend auf bist du mein Lehrer gewesen, und bis heute erzähle ich von deinen Wundertaten.
Lass mich auch jetzt nicht im Stich, o Gott, jetzt, wo ich alt und grau geworden bin!
Ich möchte meinen Kindern und Enkeln (nächsten Generation) noch erzählen,
wie groß und mächtig du bist! (Psalm 71,17-18)

Als wir vor 17 Jahren mit unserem ganztags Roma-Kindergarten begannen, konnten wir uns nicht vorstellen, was für ein Segen und welche Auswirkungen das für die Roma-Gemeinschaft in unserer Stadt Jagodina haben würde. Es ist ein Vorrecht den Kleinkindergruppen schon früh die christlichen Grundwerte zu vermitteln. Ein Investment in diese nächste Generation mit ewiger Dividende, dass sich auch in vielen Roma-Familien widerspiegelt.

Die Nachfrage nach einem ganztags Kindergartenplatz ist sehr groß. Mit 20 Kindern sind wir jedoch am Anschlag unserer Kapazität angelangt, sei das personalmäßig, aber vor allem auch finanziell. Die monatlichen Gesamtkosten für die warmen Mahlzeiten, die Kindergartenbetreuung und Räumlichkeiten, der Unterhalt, das Kochpersonal usw. betragen 2.500 Euro.

Gott sei Dank hatten wir bis heute nie Mangel die anfallenden Kosten jeden Monat zu bezahlen. Leider sind durch die weltweite Corona-Pandemie die Spendengelder für den Unterhalt des ganztags Kindergartens seit September 2020 stark zurückgegangen.

Vielleicht hat es jemand von euch auf dem Herzen, in die Zukunft eines Roma-Kindes zu investieren und ihm mit der Kindergartenausbildung etwas Gutes zu tun? Kinderreiche Roma-Familien können finanziell nur ganz wenig dazu beitragen. Dank eurer Unterstützung bekommen die Kinder täglich neben der Ausbildung, zwei Mahlzeiten und sind in einem warmen Raum, wo ihnen die Lehrer die Liebe und Fürsorge Gottes zum Ausdruck bringen.

Die Roma-Gemeinde in Jagodina

Wo immer wir hinkommen an Hecken und Zäunen, bis in die abgelegensten Roma-Siedlungen oder auch hier in unserer Stadt verkünden wir das Evangelium von Jesus Christus mit unseren Liedern sowie in Wort und Tat. Aus dem Roma Center „Oasa“ in Jagodina sind drei weitere Roma-Gemeinden in Serbien entstanden. Der Hunger nach Gottes Wort ist unter der Bevölkerung sehr groß. Die Zahl der Menschen, die zu Jesus kommen steigt stark an und auch die Teilnehmer/innen in unseren Jugendgruppen und Jugendcamps wachsen.

Tief bewegt hat mich die Begegnung mit einem jungen Mann in Krusevac. Nachdem er an einem Abend zum christlichen Glauben fand kam er auf mich zu und erzählte mir, dass er sich noch gut an die Lieder erinnerte, die er vor 8 Jahren gehört hatte, als wir in sein Dorf kamen, um das Evangelium zu verkünden und ihm an Weihnachten ein Geschenk brachten. Irgendwann geht der ausgesäte Same des Evangeliums auf! Er hat kein Verfallsdatum.

Im Jahr 2020 durften wir drei Jugendliche sowie eine ältere Frau taufen. Im Weiteren haben wir eine neue Hausgruppe mit hauptsächlich Jugendlichen gegründet, die wir regelmäßig besuchen und betreuen.

Leiter- und Mitarbeitertreffen im Oase-Zentrum Jagodina

Abschließend möchte ich euch im Namen all der vielen Roma-Familien nochmals ganz herzlich danken für eure Gebete und die finanzielle Unterstützung. Es ist auch euch als Missions- und Gebetspartner von Ein Herz für Nationen zu verdanken, dass wir das Leben von Tausenden von Roma-Familien in den abgelegensten Dörfern und in Gemeinden hier in Serbien mit dem Evangelium und Wort Gottes erreichen und verändern können. Danke, dass es euch gibt und ihr auch in diesem Jahr 2021 weiter hinter unserer Arbeit steht.

Jahreslosung 2021
Jesus Christus spricht: Seid barmherzig,
wie auch euer Vater barmherzig ist (Lukas 6,36)

Pastor Miki Kamberovic und Team
vom „Oase“ Roma-Zentrum in Jagodina/Serbien

Max Gloor im Gespräch mit Gemeindemitgliedern