Liebe Missions- und Gebetspartner, liebe Freunde

Honduras: Covid-19 Virus, „Lock down“ und neue Herausforderungen

Die weltweite Corona Pandemie hat auch unser Land hart getroffen. Es ist alles zusammengebrochen und erschüttert worden. Die Regierung hat alle Schulen, den Handel, die Banken und den öffentlichen Verkehr geschlossen. Wir konnten weder im Büro noch in den Gefängnissen arbeiten. Auch unsere Alfasic-Grundschulen für Straßenkinder in den Armenvierteln mussten wir einstellen. Die Städte waren wie ausgestorben und die Straßen leer!

Auf diesen landesweiten „Lock down“ waren wir als Alfasic-Team nicht vorbereitet. Unsere Lehrkräfte versuchten den Schulunterricht über WhatsApp zu vermitteln was jedoch nicht möglich war, da die meisten Schulkinder außerhalb der Städte und in den Slums keinen Internetanschluss, keinen PC und auch kein Handy haben. Wir haben auch kein Programm und System, um den Kindern die Grundschullektionen über das Internet zu vermitteln.

Covid-19 Virus ist in den 29 Gefängnissen von Honduras ausgebrochen!

Polizei verteilt Schutzmasken an arme Bevölkerung

Maras 18 und Maras Salvatroucha in Honduras

Seit Mitte März wurden alle Gefängnisse für die Familienangehörigen, Besucher und unsere Alfasic-Teams geschlossen, weil die Zustände unter den Insassen zu gefährlich wurden.

In den Gefängnissen von Tamara, El Porvenir, El Pozo, La Esperanza und Gracias kam es unter den Häftlingen zu großen Unruhen und Meutereien, Aufständen, Mord und Totschlag. Es gab über 39 Tote und Verletzte. Die Familienangehörigen standen verzweifelt vor den Gefängnissen, ohne dass die Behörden darauf reagierten und Auskunft gaben.

Im April brach das Covid-19 Virus auch unter den Gefangen aus. Die soziale Distanz kann in den total überfüllten Gefängnissen nicht eingehalten werden. In ihrer Verzweiflung und Isolation greifen sich die Insassen gegenseitig an. Die Regierung und Polizei sind verstummt. Es dringt auch in den Medien nur sehr wenig durch, was hinter den hohen Gefängnismauern wirklich passiert. Es ist die Hölle auf Erden!

Per Zufall haben wir erfahren, dass ein Grundschullehrer im Gefängnis von „Danli“ Selbstmord begangen hat. Rund 1.000 Gefangene wurden frühzeitig aus ihrer Haft entlassen, damit sich das Covid-19 Virus nicht weiter unter den Gefangenen ausbreitet.

Wegen den schwierigen Umständen konnten die meisten Häftlinge ihr Grundschulabschluss-Diplom in diesem Jahr nicht machen. Für das kommende Jahr 2021 wissen wir noch nicht, wie sich die Gesamtsituation in Honduras entwickeln wird. Bitte vergesst uns nicht in euren Gebeten, denn wir brauchen ein übernatürliches Eingreifen Gottes und eure Hilfe!

Die gute Nachricht ist, dass die Gefängnisse für Kinder und Minderjährige, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten und eingesperrt wurden, während der gesamten Pandemie von unserem Alfasic-Lehrpersonal betreut werden konnten. Dank sei Gott!

Herzlichen Dank für eure Solidarität und großzügige Unterstützung, den notleidenden Menschen in Honduras und Gefangenen in den katastrophalen und menschenunwürdigen Gefängnissen zu helfen. So erfüllen wir gemeinsam Gottes Wort und Auftrag das uns befiehlt: „Den Gefangenen so zu helfen und zu dienen, als wären wir mit ihnen gefangen“.

Neue Herausforderungen für unsere Grundschul- und Strassenkinderarbeit

Mirna unterrichtet Schulkinder bei sich zu Hause

Weil die Grundschulen im ganzen Land seit Monaten geschlossen wurden und die Kinder keinen Schulunterricht erhalten, stehen wir vor großen und neuen Herausforderungen. Viele Straßenkindern in Honduras, einem der ärmsten Länder in Mittelamerika, können weder lesen, noch rechnen und schreiben. Die kinderreichen Familien sind bettelarm und haben kein Geld, um ihren Kindern die Schuluniform und Bücher zu kaufen. Sie leben in bitterer Armut und unter dem absoluten Existenzminium von US-Doller 1.50 pro Tag. Doch ohne einen anerkannten Grundschulabschluss hat diese Generation der Kinder in unserem Land keine Chance ihr Leben zu meistern. Ihre einzige Alternative wäre, sich einer der gefährlichen Straßen- und Drogengangs anzuschließen mit der Schlussfolgerung, irgendwann hinter hohen Gefängnismauern und Stacheldraht auf „lebenslänglich“ eingesperrt zu werden.

Persönlich unterrichte ich seit dem „Lock down“ im März 2020 täglich drei Kinder aus meiner Nachbarschaft, weil ich sehr besorgt darüber bin, dass sie sonst die staatliche Grundschule ohne lesen, rechnen und schreiben nicht mehr besuchen und abschließen können.

Grundschule in kleinen Gruppen zu Hause

Die meisten unserer ehrenamtlichen Mitarbeiter von Alfasic Honduras tun dasselbe, weil die Regierung auf die COVID-19 Pandemie nicht vorbereitet war und sich nicht um die Schulkinder kümmert, und ihnen auch keine Unterstützung und Aufmerksamkeit schenkt, die sie so dringend brauchen, damit sie nicht den Drogen- und Straßengangs zum Opfer fallen.

Das Alfasic-Team, (1. Reihe, 3. v.r. Mirna Martinez)

Gottes Segen für euch als Team und allen Missions- und Gebetspartner von Ein Herz für Nationen. Nochmals vielen Dank an alle die unsere Arbeit hier in Honduras mit ihren Spenden,Gebeten und selbstloser Liebe so tatkräftig unterstützen. Eine gesegnete Adventszeit, friedvolle Weihnachten und ein glückliches, gesundes neues Jahr 2021 wünschen euch.

Mirna Leticia Martinez und Team
ALFASIC DE HONDURAS